Einamer Reiter
- Samy
- 24. Aug. 2025
- 2 Min. Lesezeit

Der reitet da so rum. Ist nicht wirklich ein Pferd, auf dem er da sitzt. Eher ein Schnabeltier. Ein Schnabelpferd.
Im Baum hockt ein Drache und spuckt Feuer. Am Horizont, eine Burg. Ziemlich dramatisch in Szene gesetzt, mit Blitzen und so. Der Reiter raucht. Er trägt Stiefel, die mal gelb waren. Es waren richtig strahlend gelbe, schöne Stiefel, aber jetzt sind sie dreckig. Vermutlich wird es in der Geschichte nur darum gehen. Was ist passiert, dass seine Stiefel so dreckig geworden sind? Weil früher, da war er sehr stolz auf seine schönen, gelben Stiefel. Er hat sie jeden abend blitzeblank geputzt. Aber dann ist etwas passiert, und von da an war es ihm egal, dass seine Schuhe dreckkig wurden. Er wurde sehr verwegen. Gesetzlos. Meine Güte. Das muss man sich mal vorstellen! Der Herr Klappermann, so nannte sich der Fremde früher, der Herr Klappermann, der hockt jetzt auf einem Schnabelpferd mit ranzigen gelben Stiefeln und reitet paffend durch die Gegend. Und im Schloss? Da will er sich ausruhen. Nur für eine Nacht. Er braucht dringend mal wieder Schlaf. Aber dann holt ihn seine Vergangenheit wieder ein. Da begegnet er dann Leuten, die schütteln alle mit dem Kopf, wenn sie den Herrn Klappermann so sehen. Die denken, der ist verwahrlost. Aber Herr Klappermann denkt, er ist verwegen. Und dann schüttelt auch der Herr Klappermann mit den Kopf. Aber nicht wirklich. Dafür ist er zu cool. Er denkt sich einfach nur, die Spießer, die haben doch alle keine Ahnung. Die wissen doch nicht, wie schön es ist, im Regen durch die Gegend zu reiten, während die Drachen ihr Feuer in den Himmel blasen, und die anderen denken, der Herr Klappermann, der ist jetzt völlig Plemplem. Aber ins Gesicht, sagen sie sich nichts. Da schütteln alle nur mit dem Kopf. (Außer Herr Klappermann, wie gesagt, der schüttelt nicht mehr mit dem Kopf, der weiß, seine Kräfte sinnvoll einzusetzen.)





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